Vereinsgelände an der Lesum

Die Lesum entsteht durch den Zusammenfluss der 118 km langen Wümme mit der 48 km langen Hamme.  In vor- und frühgeschichtlicher Zeit floss die Weser ab dem heutigen Stadtteil Gröpelingen in mehr nördlicher Richtung auf die Osterholzer Geest zu, um an deren Fuß nach Westen abzuknicken. Große Teile des heutigen Lesumlaufs sind also ehemaliger Weserlauf. Wir  haben uns  am südlichen Ufer nieder gelassen. Wie kam es dazu?

Ende der 60. Jahre plante und baute Bremen die neue Universität. Leider lag der Vereinan der Munte  im Planungsgebiet und musste einer neuen Straße weichen, der Universitätsalle, die tw. direkt durch das Vereinsgelände führen sollte.  Der Staat hatte uns die Pacht gekündigt . Zusammen mit dem Sportamt und dem Fachverband Segeln wurde  ein neuer Standort gesucht.  Die Presse unterstützte uns als “Uni-Vertriebene”. (Hans Otto Busche).

1971 war der Umzug und Baubeginn zur Lesumbroker Landstraße 60 in Bremen-Lesum. Nur mit großer Eigenarbeit wurde das Gelände aufgeschüttet und die große Holzhalle in sehr kurzer Zeit errichtet. Es handelte sich um eine typgeprüfte Holzhalle mit kanadischem Ursprung welche dort überwiegend für Kirchen konzipiert wurde. Mit welcher Weitsicht der Verein handelte, konnten wir erst später ermessen, da es bis Dato nur Paddelboote, Kanadier und Jollen so wie 3 Motorboote gab die maximal 7,5 Meter lang waren! Dafür war die Halle viel zu groß! Mit dem Umzug an die Lesum kam aber auch der Wandel. Vom Paddelboot der ersten Tage waren schon viele auf Gleiter umgestiegen, und im Zuge der Zeit ist nun aus dem Kanu- ein Motorboot- und Segelverein geworden. Es folgte die Steg- und Slipanlage, alles gebaut von 19 aktiven Mitgliedern und 10  Außenliegern. Der Innenausbau zog sich über Jahre hin, so, wie es die Kassenlage jeweils hergab. Als Hilfsmittel diente der 13 PS Fahr Trecker und ein Unimog so wie ein Gabelstapler, die wir günstig gebraucht erstehen konnten. Eine selbst konstruierte und gebaute Maststellanlage kam hinzu..

Die Mitgliederzahl und die Boote vergrößerte sich, nicht alle konnten mehr in der Halle einen Winterliegeplatz erhalten. Eine preiswert erworbene Blech-Nissenhütte wurde hinter der Bootshalle aufgestellt.

Durch erwiesene Brandstiftung wurde im Jahre 1978 die 2. Halle stark beschädigt und drei in Ausbau befindliche, fast fertiggestellte Boote, brannten aus. Weitere Boote wurden beschädigt. Es war ein herber Rückschlag. Die Halle wurde nur notdürftig wieder hergestellt. Bis 1982 dauerte es bis die Innenausbauten und der Clubraum ferig gestellt waren.

Es wurde geplant, eine 2. Bootshalle zu bauen. Dies wurde notwendig, weil zum einen der Raum für Winterlager knapp wurde und zum anderen, weil uns wegen der Planung eines Friedhofes in unserer Nachbarschaft eine Abrißverfügung für die Nissenhütte ins Haus geflattert war. Unsere Finanzen waren inzwischen aufgebessert und unsere Kameraden wurden mit DM 50000.- Arbeitsdienst eingeschätzt. Die Nissenhütte wurde auf  Abriß verkauft. 1989 wurde die neue Halle aufgebaut und 1992 auch noch das Dach der alten Halle erneuert.

Die Steganlage bestand jeweils aus einem dickwandigen Rohrrahmen mit vier untergeschweißten  Drucklufttanks von verschrotteten Dampflokomotiven , also entsprechend gewichtig. Sie war mit vielen Ankern und schweren Ketten gesichert, das Ein- und Ausbringen war eine Knochenarbeit. Ebenso die jährliche Reinigung und Konservierung. Der Belag  war aus Mahagoni- bzw Teakholzpaletten belegt, in der heutigen Zeit undenkbar! Es waren die Mittelstücke aus der Furnierholzferitigung. Durch eine gemeinschaftliche Bestellung vieler Vereine konnten kostengünstig Dalben erworben und 1996  gerammt werden. 2004 wurde eine komplett neue, pflegeleichte, verzinkte Steganlage geordert und 2006 fertig gestellt. Es stellte sich als ein sehr großes Plus an Komfort, Arbeitserleichterung und Sicherheit heraus. Eine professionell hergestellte Landbrücke aus Aluminium so wie einen vergrößerten Kopfanleger schlossen sich an.

Am 07.05.2008 verstirbt durch einen tragischen Unfall auf dem Vereinsgelände unser langjähriges Mitglied Ingo Künemund (53). Ingo war einer derjenigen Mitglieder, die den Verein mit zu dem gemacht hat, was er heute ist. Wir haben ihm viel zu verdanken. Seine offene freundliche Art und objektive Sicht auf die Dinge wird allen fehlen. Er hinterlässt eine große Lücke.

Die Slipanlage zeigte große Absenkungen und Risse so dass sie 2011 grundsaniert wurde.

Zwei Einbrüche in 2013 veranlaste den Verein, eine professionelle Alarmanlage zu installieren mit Aufschaltung zu einem Sicherheitsdienst.

Parallel zu allen großen Projekten fanden ständig Pflege - und Sanierungsarbeiten statt wie z.B. die Sanierung der Toiletten- Dusch- und Umkleiderräume, die Elektrifizierung der Maststellanlage, Umstellung der Hallenbeleuchtung auf LED-Strahler usw. statt. An Ideen für Verbesserungen mangelte es nie - es wurde aber auch vieles umgesetzt.

Wimpel-animiert